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Teilflächenmanagement / Standorteigenschaften

Reichsbodenschätzung  

Um keine falschen Entscheidungen an Hand von Ertragskarten zu treffen ist es empfehlenswert, mindestens noch eine weitere Informationsquelle hinzuzuziehen. Da der Boden bei der Ertragsbildung eine Schlüsselrolle spielt, sind Bodenkarten oft eine gute Lösung. Der Vorteil der Reichsbodenschätzung (Abbildung links) ist der, dass sie flächendeckend für das Bundesgebiet vorliegt.


Es können in einem relativ kleinen Raster folgende Informationen abgeleitet werden:

  • Bodenart
  • Zustandsstufe
  • Entstehungsart
  • Bodenzahl und Ackerzahl

Als Anmerkung zur Reichsbodenschätzung: Wenn die Karten ein echtes Arbeitsmittel sein sollen, empfiehlt es sich, sie in eine digitale Form zu bringen. Auf der einfachen Papierkarte sind die realen Schlaggrenzen oft nur schwierig auszumachen, man braucht Platz, Zeit und Nerven, um die Papierkarte auf dem Tisch auszurollen, um sie mit einer Ertragskarte am Bildschirm abzugleichen. Scannt man die Karten jedoch ein und georeferenziert sie, dann kann man die Bodenkarte schnell und übersichtlich mit anderen Informationen hinterlegen.

Als Nachteil der Reichsbodenschätzung spielt mitunter eine Rolle, dass oft ungenügend die Mächtigkeit von Bodenschichten berücksichtigt wurde, dadurch wird z.B. eine Fläche mit zwar gutem, aber dünnem Oberboden uU zu positiv dargestellt.

Wenn man dies für seine Flächen feststellt, kann eine Bodeninventur mit einem Bodenscanner eine Alternative zur Reichsbodenschätzung sein.

EM38-Schlitten; Quelle: agricon  

Bekannt ist der EM38-Schlitten, mit dem durch die Fahrgassen gefahren wird (Abbildung links; Foto: agricon).


Bis 1 m Tiefe kann man folgende Informationen ableiten:

  • Gehalt an Feinerde
  • Wassergehalt
  • Gehalt an organischer Substanz


Die EM38-Messungen sind eine sehr elegante und aussagekräftige, aber mit Kosten ab ca. 5 Euro/ha auch eine relativ kostspielige Angelegenheit. Preiswertere Alternativen, wenn man zum Beispiel nur das Wasserhaltevermögen des Bodens abschätzen will, können Abreifeluftbilder sein, die ab ca. 0,50 Euro/ha angefertigt werden.

Abreifeluftbild  

Ein weiterer Vorteil von Luftbildern ist der, dass man einen vollständigen Überblick über den Schlag hat. Es werden also keine nur in den Fahrgassen erfassten Daten verrechnet, sondern man hat mit einer Bodenauflösung von < 1 m eine sehr hohe Informationsdichte. (Foto links: Abreifeluftbild mit Bodenpunkt-Zonen der Reichsbodenschätzung)


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