Teilflächenmanagement / Aktuelle Bestandesparameter
Eine Möglichkeit, aktuelle Bestandesparameter zu erfassen, liefern Luftbilder, die vom Flugzeug aus aufgenommen werden.
Kurz vor einem Applikationstermin werden die Bestände überflogen.
Eine Multispektral-Kamera oder eine Kamera mit NIR-Filmmaterial ermitteln verschiedene Reflexionsparameter. Dies kann die Reflexion von Rotem Licht oder
die Reflexion von Nahem Infrarotem Licht (NIR) sein.
Die Bilder werden durch eine spezielle Software klassifiziert. Es können Zonen mit hoher und niedriger Rotlichtreflexion (Parameter für N-Versorgung)
bzw. hoher und niedriger NIR-Reflexion (Parameter für Blattflächenindex und Zustand der Pflanzenzellen) ermittelt werden.
Diese Zonen liefern die Basis einer entsprechenden Applikationskarte für beispielsweise Stickstoff-Dünger.
(Foto: Zonen mit verschiedener NIR-Reflexion in Kartoffeln)
Ähnliche Informationen über Reflexionsparameter liefern auch Satellitenbilder.
Es gibt eine ganze Menge von Satelliten im All. Sie unterscheiden sich hauptsächlich in den Kanälen, die aufgezeichnet werden,
sowie in der Bodenauflösung, die erzielt wird.
Bestandesinformationen müssen nicht unbedingt durch die oben genannten Fernerkundungsverfahren ermittelt werden. Es gibt eine Reihe von Sensoren,
die ebenfalls Reflexions- oder auch Fluoreszenzparameter der Pflanzen aufzeichnen, und die direkt am Schlepper angebracht sind.
Dadurch ist ein paralleles Arbeiten (Sensorwerterfassung und sofortige Applikation) möglich.
Der Yara-N-Sensor (früher: Hydro-N-Sensor der Firma Hydro; Foto: ATB Potsdam-Bornim) ist ein passiver Sensor ohne eigenes Anregungslicht.
Er nutzt das Tageslicht als Strahlungsquelle und misst unmittelbar während der Düngerapplikation mit einem Spektrometer die Reflexion von
sichtbarem und NIR-Licht durch den Pflanzenbestand.
Dadurch schließt er auf Grünfärbung und Biomasse des Bestandes. Die N-Düngung wird nach terminabhängigen Regelkurven umgesetzt.
Aus der spektralen Zusammensetzung des Fluoreszenzlichtes können Rückschlüsse zum Chlorophyllgehalt eines Pflanzenbestandes gezogen werden.
Der MiniVeg Chlorophyllfluoreszenzsensor der Fa. Fritzmeier (Foto: Werksbild) ist ein aktiver Sensor mit eigenem Anregungslicht im
photosynthetisch aktiven Bereich. Er misst das Verhältnis von Fluoreszenzlicht verschiedener Wellenlängen, schließt dadurch auf den Chlorophyllgehalt und
differenziert danach die N-Düngung.
Der Pendelsensor (CropMeter) der Firma agrocom wurde am ATB Potsdam-Bormin entwickelt (Foto: ATB).
Er misst den Biegewiderstand des Pflanzenbestandes, schließt damit auf die vorhandene Biomasse und kann für die differenzierte,
biomasseabhängige Applikation von N-Dünger und Pflanzenschutzmitteln eingesetzt werden.
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